Augenfällig

Ich habe es hinter mich gebracht, mein erstes Mal. War gar nicht so schlimm. Und die Sprechstundenhilfe konnte sogar wechseln.
Bei den zehn Euro Praxisgebühr blieb es allerdings nicht. Für die Diagnose, dass meine blauen Äuglein auf dem Weg zum Grünen Star sind, musste ich weitere 30 Euro hinblättern: „Diese Untersuchung wird nicht mehr von der Kasse übernommen.“ Achja: „Ihre Kontaktlinsen übrigens auch nicht mehr.“

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Vierbeinige Versuchung

Stein und Bein haben wir uns geschworen, Tierheime in nächster Zeit zu meiden. Denn hinter den Gittern lauern all diese großen dunklen sehnsüchtigen Hundeaugen – und die Gefahr, dass wir wieder zu viert sind, noch bevor wir auch nur eine der immer wieder aufgeschobenen Urlaubsreisen nachgeholt haben. Gestern kam die Versuchung bis ins heimische Wohnzimmer – mit dieser Sendung und diesem Hund namens Mogli (sic!). Hoffentlich ist er vermittelt, bevor wir den Wagen vollgetankt haben.

Blaues Blut im Schloss Bellevue

Im tiefsten Grunde meines Herzens bin ich ja Monarchistin. An Tagen wie diesen ganz besonders. Glanz, Gloria, ein Land im kollektiven Taumel und eine Parade ausladender Hüte – ich will das auch!
Was spricht eigentlich dagegen, das Amt des Bundespräsidenten abzuschaffen und stattdessen eine parlamentarische Monarchie einzuführen? Wir würden uns viel ersparen. Die immer gleichen unwürdigen Machtspielchen der Parteien im Vorfeld der Wahl zum Beispiel. Oder schuldgefühls- resistente Nazi-Richter, die sich auch mit 90 noch in die Bundesversammlung drängen. Wie viel angenehmer wäre dagegen doch die Anwesenheit einer repräsentativen Monarchenfamilie im Schloss Bellevue, die dem gebeutelten Volke ab und an die Seele wärmt – mit Glanz, Gloria und ausladenden Hüten. Hachja…

Blauäugig

In Deutschland herrschen wieder einmal die Tabuzüchter im vermeintlichen Dienst der Aufklärung. Wäre es nicht vergeblich, müsste man ihnen raten, noch einmal John Stuart Mill zu lesen: „Wenn alle Menschen außer einem derselben Meinung wären und nur dieser einzige eine entgegengesetzte hätte, dann wäre die ganze Menschheit nicht mehr berechtigt, diesen einen mundtot zu machen“, schreibt Jacques Schuster in der Welt und geißelt die vermeintliche Sorglosigkeit gegenüber einem – ebenso vermeintlichen – Vernichtungsfeldzug, den radikale Islamisten gegen Deutschland zu führen trachten.
Diejenigen aber, die Schuster hierzulande als unterdrückte Minderheit ausmacht – Mahner, die als einzige das Ausmaß der Bedrohung zu erkennen vermögen, während sich die blauäugige Mehrheit an so unwesentliche Grundsätze wie ein Folterverbot klammert – haben im Weltgeschehen die Fäden in der Hand. Mit bloßem mundtot machen geben sie sich gar nicht erst ab. Das Ergebnis ist verheerend. Ein Erfolg, der ihnen recht gäbe, steht bislang aus.
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Unter dem Pflaster…

Beim Sichten der Redaktions-Mails nehmen die Würgereize mal wieder überhand.

Zitat: Es steht noch gar nicht fest, ob es sich um Gefangene gehandelt hat, die da nackt zu sehen sind. Und wenn, vielleicht hat es denen sogar gefallen. Zitat Ende.

Fenster aufreißen hilft da nicht mehr. Ich will hier raus. Ans Meer. Feinen Sand unter den Fußsohlen spüren, vor dem Saum der Wellen tanzen, dem Gezeter der Möwen lauschen, Salz schmecken, Apfelstrudel essen und Nachrichten nicht zur Kenntnis nehmen.
Vorläufig muss es reichen, Tag am Meer zu gucken. Vielleicht bestell ich mir noch ne Prise Strand dazu.