Den Vorwurf einseitiger Berichterstattung hört keine Redaktion gerne. (Mit Ausnahme vielleicht jener Kollegen, die jounalistische Ethik eh für verzichtbar halten, solange sich nur das Blatt gut verkauft. Wenn ichs recht bedenke, gibt es die ja auch unter Bloggern. „Ich darf sagen, was ich denke“ ist da oberste Maxime – egal, wie dümmlich ein Klischee, wie gefährlich ein Vorurteil, wie verletzend ein Witz auch sein mag. Solange nur die Besucherzahlen stimmen. Aber ich schweife ab.)
Den Schuh, mitunter recht einseitig über den Nahost-Konflikt zu berichten, wollten sich die Nachrichten- und die Politikredaktion in der heutigen Mittagskonferenz jedenfalls nicht gerne anziehen.
Weiterlesen →
Jahr / 2004
Spielräume
Sagen wir einfach, Sie haben sie verloren, schlägt die Sachbearbeiterin im Bürgerbüro vor, wo wir uns wie zwei Häuflein Elend an der Hundemarke festhalten, die wir eigentlich abgeben müssten. Eine Woche ist vergangen, seit die Dicke über den Regenbogen gegangen ist, und noch immer lauern täglich etliche kleine Erinnerungsmonster darauf, uns in wehrlosen Momenten anzuspringen. Aber noch etwas bricht sich Bahn, wenn auch seeehr seeehr langsam: Ein fast vergessenes Gefühl von Freiheit – hierfür, hierfür, oder – endlich – hierfür.
Holen Sie sich einen Neuen aus dem Tierheim, ruft die nette Dame aus dem Bürgerbüro uns noch nach. Mal sehn.
Unter Beobachtung
„Ist deine Tochter etwa eine Linke?“, fragt vor wenigen Tagen ein gerade erst unvermittelt zum Verwandten gewordener älterer Herr meinen Vater, während er mit einem Zeigefinger vor meinem Gesicht herumfuchtelt. „Tja, gute Erziehung“, werfe ich breit grinsend ein, bevor mein peinlich berührter Vater abwinken kann. Anlass war
Weiterlesen →
Eingeschränkte Wahrnehmung
Auch, wenn man sich über solche „Zwischenfälle“ in einem (offiziell für beendet erklärten) Krieg nicht wundern darf, so erwische ich mich dennoch dabei, in meinem weltfremden kleinen Hirn nach Erklärungen zu suchen dafür, dass irgendjemand Freude am Leid eines anderen empfinden kann. Dass Schmerz und Tod offenbar noch nicht häufig genug zum Leben gehören, und viele dem auch noch nachhelfen müssen.
Weiterlesen →
Grüß schön da oben
Das Schlimmste war das Warten.
Die Entscheidung fiel letzten Dienstag, ein sonniger Frühlingstag, in einem kleinen Park mitten in Frankfurt. Als der Termin für das Einschläfern gemacht war, begann es. Das Stundenzählen. Hin- und hergeschleudert zwischen Verzweiflung, weil uns die gemeinsame Zeit durch die Finger rinnt, und dem brennenden Wunsch, es hinter uns zu bringen – schnell.
Weiterlesen →
Ohne Titel
Geh den letzten Weg mit mir.
Alles ist leichter für mich mit dir.
(Quelle)
Hier wird diese Woche nicht allzu viel los sein.