Als wir hierherzogen, dachten wir, dass es vielleicht eines Tages einmal nützlich sein könnte, direkt neben einem Fitness-Studio zu wohnen.
Heute ist dieser Tag – definitiv nicht. Nachts um halb 1 von einer Horde Ausgleichssport betreibender Manager geweckt zu werden, die sich, von dröhnenden Bässen und einer hysterischen Trainerin per Mikrofon angefeuert, beim Schattenboxen gegenseitig in Grund und Boden brüllen, war jedenfalls nicht exakt das, woran wir gedacht hatten. Schon gar nicht in einer Nacht, die ohnehin eine Stunde kürzer ist.
Als ich eben unten war, um mich zu beschweren, haben sie versucht, mich mit einer Margerita zu bestechen. Ideen haben sie ja.
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Jahr / 2004
Schrittmacher
Alte Jogging-Hasen mögen es milde belächeln, aber für mich ist es eine kleine Sensation: Vor vier Monaten war ich nach fünf Minuten Jogging völlig außer Puste. Jetzt laufe ich 75 Minuten am Stück, und das nicht mal auf dem Zahnfleisch. Ich frage euch: KANN DAS SEIN?
Was da in den vergangenen Monaten passiert ist – und bei jedem Lauf aufs Neue geschieht – fühlt sich für mich an wie ein kleines Wunder. 15, 20 Minuten brauche ich, um die Müdigkeit aus den Beinen zu schütteln, dann finde ich meinen Rhythmus und richte mich häuslich darin ein. Spätestens nach 25 Minuten ist es, als würde ich auf Autopilot umschalten. Mein Fahrwerk arbeitet wie von selbst, und ich kann auch meinen Gedanken freien Lauf lassen.
Ich vermute, das Geheimnis liegt in der Entschleunigung. Ich renne nicht mehr. Ich werde nicht mehr reflexartig schneller, wenn mir im Wald ein Läufer entgegen kommt, der vermutlich in der gleichen Zeit die doppelte Strecke absolviert. Ich habe keine Eile. Wenn ich laufe, nehme ich gleichzeitig das Tempo aus meinem Leben. Folge meinem eigenen Herzschlag.
Aber das sollte man ja eigentlich immer tun. Im Laufen ebenso wie im Sitzen. Im Liegen sowieso.
Sozialneid – und ich steh dazu
Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Josef Ackermann, hat 2003 insgesamt 11,1 Millionen Euro verdient. Im Vorjahr waren es 6,9 Millionen Euro. Das entspricht einer Gehaltserhöhung von rund 60 Prozent. Verdient hat sie sich Ackermann nach Angaben der Deutschen Bank durch die höhere Eigenkapitalrendite sowie eine positive Entwicklung der Aktie im Vergleich zu Wettbewerbern. Die Summe setzt sich zusammen aus einem festen Gehalt von 1,2 Millionen Euro, einem Bonus von 6,6 Millionen Euro, Aktienrechten im Wert von 2,7 Millionen Euro sowie Aktienoptionen über 0,6 Millionen Euro.
Quelle: dpa
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Wir leben in einer Diktatur
Die Presse ist gleich geschaltet. Es herrscht Zensur. Informationen werden gefiltert, eigenständiges Denken ist verboten. Freie Entscheidungen zu treffen ist unmöglich.
Könnte man angesichts der vielstimmigen Klagen über die Manipulationen, denen wir armen Deutschen schutzlos ausgeliefert sind, fast meinen. Da werden dann, weil man gerade so schön in Schwung ist und Hiebe gegen die böse Presse ja eh zum guten Ton gehören, mal eben fast Journalisten mit Terroristen auf eine Stufe gestellt – öffentlich. Gerade so, als könnten wir nicht frei entscheiden, ob wir uns den Dreck, den Taff, Akte soundso, Brisant (und wie sie alle heißen) uns gerne ins Haus liefern möchten, reinziehen wollen oder nicht. Gerade so, als hätten wir nicht täglich am Kiosk die Wahl zwischen einem Dutzend unterschiedlicher Sichtweisen zu ein- und demselben Thema. Gerade so, als würde Herr Diekmann täglich fast vier Millionen von uns mit vorgehaltener Knarre zwingen, sein Blutblatt zu kaufen.
Natürlich bin ich befangen. So wie alle, die sich ständig gegen dümmliche Klischees zu wehren haben – seien es nun Lehrerinnen, Beamte, Nachtwächter oder Roma. Manchmal beschleicht mich ein Verdacht: Auf dem Sofa vor der Glotze liegen zu bleiben und Gift und Galle zu schimpfen über das, was man da vor sich hat, scheint für viele immer noch leichter zu sein, als aufzustehen und seine Gewohnheiten zu ändern. Dafür mag es viele Gründe geben. Verboten ist es jedenfalls nicht.
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Der Hund, der zu viel wusste
Irakische Untergrundkämpfer haben nach Angaben des britischen Militärs einen Anschlag auf einen Hund verübt: Der Spürhund Blaze sollte demnach ausgeschaltet werden, weil er so viele Waffen fand, berichtet die Sun heute. Nach dem Bericht fuhren die „Auftragskiller“ in der südirakischen Stadt Basra mit einem Wagen auf den Spaniel zu und überfuhren ihn, obwohl er einen fluoreszierenden Gurt trug und dadurch besonders gut sichtbar war. Das Tier kam mit ein paar Kratzern davon.
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Männermagazine sind lebensgefährlich
Während die halbe Welt empört mit dem Finger auf Zeitschriften zeigt, die Frauen unter die Abmagerungs- und Anti-Cellulite-Knute zwingen und ihnen erklären, dass Kinder und Karriere unter einem Fingerhut Platz haben, wenn frau denn nur wirklich will, spielen sich, fast unbemerkt, im Leben der Männer die wahren Dramen ab: Wenn ich so ein Männerleben führen würde, wie die Männermagazine es vorführen, wäre ich längst tot, gesteht Harald Martenstein in der Zeit.
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