Sünden-Fall

Wir müssen davon ausgehen, sinniert der Leiter der Mordkommission und betrachtet nachdenklich die Gesichter seiner Mitarbeiter, dass der Täter im Heterosexuellen-Milieu zu finden ist. Hört euch dort mal um. Da gibt es doch diese eine Hetero-Kneipe…. wer übernimmt das? Betretenes Schweigen.

Hachja.

Tschuldigung, ich war kurz weggenickt. Immer noch erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit die sexuelle Orientierung eines Menschen mit den Umständen seines Todes in einem Atemzug genannt wird – gerade so, als bestünde da ein kausaler Zusammenhang. Kann ja kein gutes Ende nehmen. Und gerade so, als habe es seither keine anderen Tötungsdelikte in München mehr gegeben, raunt es aus allen Richtungen beschwörend: Sedlmayr, Sedlmayr…

Deutschland, ein Wintermärchen

Haare suchen, Korinthen kacken, die eigene Armut beklagen und selbstgefällige Nabelschau betreiben, während anderswo Menschen verrecken.

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(Schlussstrich)

Gute Grundlage

Habe nichts mehr außer mir, steht auf dem Pappkarton zu Füßen eines Mannes, der auf der Frankfurter Zeil kauert. Immerhin, denke ich. Vielen fehlt genau das.
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So friedlich, ne

Neulich, auf einem Straßenfest, am anderen Ende des Tisches: Drei Damen im mittleren Alter, gut situierte Urlaubsbräune unter dem Makeup.
Dame 1: Also, wisst ihr: Das mit dem Buddhismus, ne. Das ist mir richtig nahe.
Dame 2: Ja, du, mir irgendwie auch. Dieser Gedanke, der dahinter steht.
Dame 1: Genau.
Dame 3: Der Weg ist das Ziel.
Dame 1: Ja, genau. So einfach auch, irgendwie. Und friedlich. Da ist gar keine Aggression und so. Gar nicht wie in anderen Religionen.
Dame 3 (nickt): Hmmm.
Dame 2: Ich mein, im Grunde ist es doch so: Von 100 Menschen, die du triffst, sind nur zwei wirklich gut. Und 80 sind scheiße.
Dame 1 und 3: nicken zustimmend

Was ist mit dem Rest? möchte ich an dieser Stelle fragen, verkneife es mir aber. Ich will mit Siebenstein diesen wunderbaren Tag und dieses leckere vietnamesische Essen genießen.
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Maßlos

Wenn man gelungene Aktionen wie diese sieht, dann kann man nachvollziehen, warum dieser Spieler 130.000 Euro in der Woche verdient. (TV-Kommentar während des Viertelfinals Schweden-Holland)
HALLO?
Ja, ich weiß: Dass im Profi-Sport jegliches Gefühl für Verhältnismäßigkeit flöten geht, ist kein neues Phänomen. Auf Kommentare wie diesen werden wir dagegen weiterhin vergeblich warten:
Wenn man die liebevolle und kompetente Betreuung der alten Leute sieht, dann kann man nachvollziehen, dass diese Pflegerin 1300 Euro in der Woche verdient.
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