Welcome to the Middle Ages

44 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen halten Folter in bestimmten Fällen für annehmbar.
Man muss schon in sehr ausgeglichener Verfassung sein, will man sich beim Anblick der Umfrageergebnisse, die Liisa zusammengestellt hat, nicht augenblicklich dem Anti-Amerikanismus ergeben.
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Nix Nackte Nächte

Es gibt noch städtische Beamte mit gesundem Menschenverstand: Die Stadt Frankfurt hat dem Plastinator Gunther von Hagens die Durchführung seiner bereits andernorts bekopfschüttelten „Nackten Nächte“ untersagt.
Im Newsletter jammert die Leichenshow-Pressestelle:

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Augenfällig

Ich habe es hinter mich gebracht, mein erstes Mal. War gar nicht so schlimm. Und die Sprechstundenhilfe konnte sogar wechseln.
Bei den zehn Euro Praxisgebühr blieb es allerdings nicht. Für die Diagnose, dass meine blauen Äuglein auf dem Weg zum Grünen Star sind, musste ich weitere 30 Euro hinblättern: „Diese Untersuchung wird nicht mehr von der Kasse übernommen.“ Achja: „Ihre Kontaktlinsen übrigens auch nicht mehr.“

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Männermagazine sind lebensgefährlich

Während die halbe Welt empört mit dem Finger auf Zeitschriften zeigt, die Frauen unter die Abmagerungs- und Anti-Cellulite-Knute zwingen und ihnen erklären, dass Kinder und Karriere unter einem Fingerhut Platz haben, wenn frau denn nur wirklich will, spielen sich, fast unbemerkt, im Leben der Männer die wahren Dramen ab: Wenn ich so ein Männerleben führen würde, wie die Männermagazine es vorführen, wäre ich längst tot, gesteht Harald Martenstein in der Zeit.
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Das gute Leben

Alle wollen es, manche haben es, niemand kann es behalten: Das glückliche Leben ist eine Erfindung der Neuzeit, meinte Professor Guy Kirsch gestern im Nachtcafe, wo die Frage „Einfach leben – glücklich leben?“ im Raum stand – und naturgemäß höchst unterschiedlich beantwortet wurde. Vom Broker, der sich vom Flüchtlingskind zur Wall Street hochgearbeitet hat und das erreichte Vermögen nicht mehr hergeben mag. Oder von der Autorin, die mit Büchern a la „Simplify your life“ gut genug verdient, um sich den Luxus des Weglassen leisten zu können. Oder von der Asketin, die in einem Öko-Dorf ohne Strom lebt, weil das ihr Gewissen gegenüber den Armen der Welt beruhigt. Oder von dem viel beschäftigten Schauspieler, der zwischen zwei Drehs im Kloster seine Ruhe sucht.
Quer durchs Mittelalter, so der ebenfalls eingeladene Professor, habe es den Begriff „glückliches Leben“ nicht gegeben. Aber es gab einen anderen dafür: das gute Leben.
Vielleicht liegt das Glück genau hierin: Zu erkennen, dass das gute Leben aus Momenten besteht, von denen einige glücklich sind.
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