Erklärungsnöte

Nach dem Spiegel-Bericht, in dem Gunther von Hagens für seine Körperwelten die Verwendung von Leichen Hingerichteter vorgeworfen wird, kündigte der Plastinator zunächst für Dienstag eine Stellungnahme in Frankfurt an. Soeben hat er die Pressekonferenz auf Donnerstag verschieben lassen. Da die Vorwürfe sehr schwerwiegend und vielfältig sind, benötigen wir für eine fundierte Stellungnahme auch entsprechend Zeit, so eine Sprecherin. Man darf gespannt sein.
PS: Auch der große Plastinator hat einmal klein angefangen – mit einem Labor in der eigenen Küche. Man beachte das Foto Frau von Hagens, die sich beim Leichen-Präparieren des heimischen Nudelholzes bediente.
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Verpasste PR-Chance

Saturn-Hansa hat was gegen das Plakat eines Pfarrers. Wahrscheinlich, weil Geiz nur geil ist, solange man ihn sich freiwillig auferlegt. Erzwungener Geiz verliert dann ja doch schnell seinen Reiz, irgendwie.
Um wieviel wirkungsvoller aber wäre zum Beispiel die Neujahrsansprache des Kanzlers dahergekommen, wenn man zu Gerhards mahnenden Worten („Wenn du nicht konsumierst, machst du deinen Nachbarn arbeitslos! Böser Bürger, du.“) die abgebildete Familie eingeblendet hätte. Wir wären doch alle sofort losgerannt und hätten Satelliten-Receiver und DVD-Player gekauft. Wo, ist ja klar.
via Chrismon
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Welcome to Homophobia

Jaja, ich sollte mich langsam dran gewöhnt haben.
Frankfurt, Mainufer, 1. Januar, kurz nach Mitternacht. Zwei volltrunkene Männer aus dem ersten Stock sehen uns auf der Straße küssen. Sie quittieren das, indem sie ein paar Chinakracher der Größe XXXL anzünden und uns von oben aufs Haupt werfen.
BUUUUUUM. KRACH. *seng*.
Thank you, Miss Sophie, thank you.
Jaja, ich sollte mich daran gewöhnt haben. Und doch ist es diesmal eskaliert, leider. Irgendwann sind die Typen auf der Straße, bauen sich vor uns auf, ein Sektglas zerspringt, und ich hänge am Handy und lasse die Polizei die Morddrohungen live mithören.
Das Schlimmste an all dem: Dass jemand nur Stroh im Kopf und trotzdem die besseren Karten hat – bloß, weil er dir körperlich überlegen ist. Ich meine: Die konnten zwar nicht mehr geradeaus gucken, aber uns mit einer einzigen Armbewegung ungespitzt in den Boden hauen, das hätten sie allemal geschafft. Schielend!
Noch schlimmer aber ist, dass ich es immer noch nicht fertig bringe, diesen homophoben Scheißdreck einfach an mir abperlen zu lassen.
Später in der Nacht ein Anruf einer Freundin: „Morgen erstatten wir Anzeige.“ Ja, das werden wir tun. Auch wenn es nichts bringt.

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Innere Logik

Gestern im Schuhgeschäft. Ein Kunde will gekaufte Schuhe zurückgeben, weil sie ihm nicht passen.
Verkäufer: Die Schuhe sind getragen, die können wir nicht zurücknehmen.
Kunde: Warum nicht?
Verkäufer: Weil sie bereits getragen sind.
Kunde: Ich will die zurückgeben.
Verkäufer: Ja, ich weiß. Aber wir nehmen sie nicht zurück. Sie haben diese Schuhe auf der Straße getragen. Hier an der Sohle, da sieht man es.
Kunde: Ich will mein Geld zurück. Hier sind die Schuhe.
Verkäufer: Das geht nicht.
Kunde: Warum nicht?
Verkäufer: Weil…
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Flushing Nemo

Weil sich der Held des Films in einer Szene durch den beherzten Sprung ins Klo in die Freiheit retten will, sei es in den USA bereits vielfach zu Nachahmungstaten und plötzlichem Fischtod gekommen, berichtete Empire Online unlängst über die Folgen des US-Starts von „Findet Nemo“. Muss man denn eigentlich überall ein fettes „Nicht nachmachen“-Schild draufkleben? Wie auch immer: Bei uns gibts die Tage Fisch.
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