Abschied

Im Newsroom ist es still geworden. Wir haben einen jungen Kollegen und Freund verloren, der wie kaum ein anderer an die Zukunft dieser Zeitung und noch mehr an die Zukunft des Journalismus geglaubt hat. Geradezu ansteckend war dieser Optimismus. Nun sitzen wir da, starren auf einen unbesetzten Schreibtisch und warten immer noch, dass er gleich zur Tür reinkommt.

Abschied von Felix Helbig

Alt werden …

Diese Woche im Literaturkalender: Caroline von Wolzogen, Autorin und Schwägerin Friedrich Schillers

Diese Woche im Literaturkalender: Caroline von Wolzogen, Autorin und Schwägerin Friedrich Schillers, über das Alter

… ist nichts für Sissis. Der Satz fällt in dem Kinofilm „Quartett“, wo er Bette Davis zugeschrieben wird. Hierzulande kennt man ihn in der Version „Alt werden ist nichts für Feiglinge“. Blacky Fuchsberger hatte seine Autobiografie so überschrieben und sich dabei, so sagt er selbst, eines Zitats von Mae West bedient. Wo auch immer sein Ursprung liegt: Der Satz ist so universell und wahr, dass er wohl von jedem Menschen auf diesem Planeten stammen könnte, der in ein fortgeschrittenes Stadium seines irdischen Daseins getreten ist. Also auch von mir. ;) Weiterlesen →

Ganze Imperien vergehen!

Gerade, als ich beim 25-jährigen Abitreffen in eine pathetische Trauerrede für eine gewisse von der Insolvenz bedrohte Traditionszeitung verfalle, sagt mein Gegenüber: „Ach weißt du – nichts hält ewig, auch wenn es noch so lange Bestand hatte. Mir kannst du’s glauben.“
Ich fixiere ihn über den Rand meines Glases hinweg und frage: „Sag mal, was machst du noch gleich beruflich?“
„Ich bin Archäologe.“

Viele Stunden später, als meine alte Freundin K. und ich aus dem Restaurant in die Nacht laufen, ist es heimlich, still und leise Winter geworden. Einen Augenblick lang bleiben wir perplex stehen und schauen fasziniert auf die Schneelandschaft. Dann tapsen wir los und machen fröhlich wie kleine Kinder die ersten Spuren in das unberührte Weiß.

Rückkehr nach Symondsbury

Das kleine Dorf Symondsbury liegt ein paar Kilometer von der südenglischen Küste entfernt nahe Bridport in der Grafschaft Dorset. Ringsherum schlägt die Landschaft saftig-grüne, von Hecken gestreifte Wellen. An einem Herbsttag vor 60 Jahren kam meine Mutter mit klopfendem Herzen und einem Köfferchen hier an, um als Au-Pair in Symondsbury Manor für die Familie von Lord und Lady Colfox zu arbeiten. Sir Philip Colfox hatte Symondsbury Manor (in dem im 19. Jahrhundert unter anderem der Schriftsteller Thomas Hardy verkehrte) 1922 gekauft; sein Sohn John und dessen Familie stellten meine Mutter ein. Das war Anfang der 50er Jahre, und gerade im Süden Englands, wo deutsche Bomberpiloten viel zerstört hatten, muss die Erinnerung an Nazi-Deutschland noch gegenwärtig gewesen sein.

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Bewegte Tage…

… sind das. Ich bin gedanklich noch immer auf der besten re:publica, die ich je erlebt habe (und fest entschlossen, wenigstens einen Teil meiner vielen Notizen noch zu verbloggen), ein neues Buch-Projekt ist abgeschlossen und wartet auf grünes Licht (auch dazu bald mehr), die App der Frankfurter Rundschau ist für den Grimme Online Award nominiert (jipiieh!). Weiterlesen →

Später

Dieser Tage wurde eine Nachbarin vom ASB aus ihrer Wohnung geholt. Die Männer trugen sie, im Rollstuhl sitzend, aus dem vierten Stock die Treppe herunter.

Als ich in dieses Haus zog (und das war doch quasi gerade erst gestern …), traf ich die ältere Dame fast täglich im Treppenhaus – immer war sie gerade auf dem Weg irgendwohin oder kam gerade von irgendwoher. Angebote, ihr mal was beim Einkaufen mitzubringen, lehnte sie stets dankend ab: Sie müsse in Bewegung bleiben, sagte sie. Nein, ein Umzug in eine Erdgeschosswohnung, das käme nicht in Frage. Der vierte Stock, das sei ihr Garant für Bewegung.

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