29. April 2004

Misses Large
Misses Large schläft jetzt.

Ein guter Hund stirbt nie –
er bleibt immer gegenwärtig.
Er wandert neben Dir an kühlen Herbsttagen,
wenn der Frost über die Felder streift
und der Winter näher kommt,
sein Kopf liegt zärtlich in Deiner Hand
wie in alten Zeiten.
Mary Carolyn Davies

29. April 2004

Ffm – Frankfurt fragt mich

Du samma ...

Gute Frage – gestellt am Ostbahnhof.

Seit wenigen Tagen ist der Mängelmelder der Stadt Frankfurt live: Wer irgendwo in der Stadt eine kaputte Ampel oder Straßenlaterne, Schäden am Gehweg oder an Müllcontainern entdeckt, kann über das Portal eine Meldung mit Ortsangabe und Beschreibung absetzen. Das funktioniert mit oder ohne Anmeldung, lediglich die Angabe einer gültigen Mailadresse ist Pflicht. Optional lässt sich zusätzlich ein Bild von der Schadensstelle hochladen.

Aktuell sind rund 90 Mängel gemeldet, von einem verschwundenen Glascontainer über lose Kabel an einer Straßenlaterne bis zu Schlaglöchern an der Holbeinstraße. Auf einem Stadtplan werden die Mängel als Sprechblase angezeigt, die Farbe der Blase markiert den Status der Meldung: Gelb steht für „in Bearbeitung“, grün für „behoben“ – wobei mir nicht ganz klar wird, ob das wörtlich gemeint ist. Denn klickt auf eine grüne Sprechblase, öffnet also die zugehörige Meldung, so bedeutet grün plötzlich nicht mehr „behoben“, sondern „beantwortet“, was offenbar auch einfach nur „an die zuständige Stelle weitergeleitet“ heißen kann. Als Antworten im „Logbuch“ werden Standardsätze verwendet, aber das stört mich persönlich nicht, im Gegenteil – es erleichtert den Betreuern vom Servicecenter 155 sicher die Arbeit. Entscheidend ist ja nur, dass Mängel tatsächlich geprüft und gegebenenfalls repariert werden.

Der Mängelmelder der Stadt Frankfurt

Screenshot vom Mängelmelder der Stadt Frankfurt – zu finden unter www.ffm.de

Erster Eindruck: Der Mängelmelder geht in die richtige Richtung und ist in vielerlei Hinsicht gut umgesetzt. Er ist Bestandteil des Portals „Ffm – Frankfurt fragt mich“, wo auch der Bürgerhaushalt seinen Platz gefunden hat, ein Projekt, das nicht wirklich doll gelaufen ist. Nur 0,4 Prozent der rund 700.000 Bürger haben sich sich beteiligt, also Vorschläge unterbreitet, wofür die Stadt Geld ausgeben soll. Vielleicht ahnten die Frankfurter aber auch, dass aus diesen Ideen eh nichts wird. Einen echten Bürgerhaushalt, also einen Etat, über dessen Verwendung die Bürger entscheiden, gibt es nämlich gar nicht. Am Ende entscheiden doch die Ämter.

Dem Mängelmelder wünsche ich ein besseres Gelingen – und den Betreuern der Plattform einen langen Atem, auch dann, wenn sie zwischenzeitlich mal mit Nonsens-Meldungen oder Spam traktiert werden. Damit ist zu rechnen, da muss man irgendwie durch. Es wäre jammerschade, wenn die destruktive Trolle es schaffen würden, das vielversprechende Projekt zu torpedieren.

Empfehlung: Zusammenarbeit mit dem zu Recht vielgelobten Portal frankfurt-gestalten.de prüfen. Die machen schon länger vieles richtig.

Hamburger leben länger!

Vorbildlich: Das Max-Planck-Institut für Demografieforschung hat nicht nur herausgefunden, dass die Lebenserwartungen in Deutschland sehr unterschiedlich verteilt ist, sondern stellt auch gleich Rohdaten der Studie inklusive Geodaten zum Download zur Verfügung. So konnte ich recht schnell diese Karte erstellen:

Sie zeigt, wie stark der Anteil von Uralten (das sind jene, die gegen Ende des 19.Jahrhunderts in der jeweiligen Region geboren wurden, im Untersuchungszeitraum von 1989 bis 2002 also 105 Lebensjahre oder mehr auf dem Buckel hatten) nach oben oder unten vom Bundesdurchschnitt abweicht. Und siehe da: An der Küste lebt sich’s länger! Ganz besonders lange leben die Hamburger, die Stadt ist Spitzenreiter mit einem Hochbetagten-Anteil, der um 71 Prozent über dem Durchschnitt liegt. Weiterlesen →

Lieblingsorte: Goetheturm, mein Ausguck über Frankfurt

Der Goetheturm im Stadtwald

Der Goetheturm im Stadtwald. Bild: Popie, CC BY-SA 3.0

Jahrelang war er verrammelt und verlassen. Die Balken morsch, die Stützen marode – wegen statischer Mängel geschlossen. Dabei ist der hölzerne Goetheturm, der im Süden von Frankfurt aus den Bäumen ragt, ein so wunderbares Ziel für Rad- und Lauftouren durch den Stadtwald, ein Höhepunkt, buchstäblich. Seit 2011 musste man sich mit der Einkehr im Lokal zu seinen Füßen begnügen, dessen überfordertes Personal einem stets viel Geduld abnötigt, und sich beim Blick auf den versperrten Turm fragen, wann denn da endlich mit der Renovierung begonnen wird. Jetzt aber ist es doch passiert! In ein paar Tagen, genauer gesagt ab Freitag, ist der Goetheturm wieder offen und empfängt seine Besucher im frischen Holzkleid, mit 196 runderneuerten Stufen und – jetzt ganz neu – witterungsgeschütztem Geländer und einem Stahlnetz in den oberen Stockwerken, der Sicherheit wegen. Weiterlesen →