In der Futterküche des Grzimek-Hauses wird schon eifrig geschnippelt, als wir an die Glastür klopfen. „Ah, die Tagesgäste“, begrüßt uns Astrid. Die nächsten zwei Stunden dürfen wir ihr und den anderen Tierpflegerinnen im Frankfurter Zoo über die Schulter schauen und beim Füttern mit anpacken. Für unseren ersten „Tag im Zoo“ haben wir uns das abwechslungsreichste Revier ausgesucht: 40 ziemlich unterschiedliche Tierarten leben im Grzimek-Haus. Viele haben nur eins gemeinsam: Sie sind nachtaktiv. Weiterlesen →
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Spuren

„Geh, wohin dein Herz dich trägt“ von Susanna Tamaro wollte ich schon ganz lange lesen, in meinem Kurzurlaub habe ich es endlich getan. Es gehört zu den vielen Büchern, die ich von meiner Mutter geerbt habe. Wenn ich eines davon aus dem Regal nehme, hoffe ich immer ein wenig, dass vielleicht ein Zettel aus den Seiten herausfällt. Oder dass ich darin angestrichene Passagen finde. Irgendetwas, das wie eine späte Botschaft wirkt. Und zugleich fürchte ich mich davor. Auf dem Schmutztitel eines Buchs über alternative Krebsbehandlung, das ich ihr geschenkt hatte, entdeckte ich nach ihrem Tod in schon krakeliger Handschrift die Worte „Ich habe Angst“.
Heute vor 14 Jahren ist alle Angst verschwunden. Ich aber blättere immer noch suchend in den Büchern.
Gespaltenes Verhältnis
Friesen können offenbar sehr nachtragend sein. Wenn sie sich mal spinnefeind sind, dann kann das schon ein paar hundert Jahre anhalten. So scheint sich das jedenfalls zwischen den Einwohnern der Stadt Wyk, die mehr als die Hälfte der Inselbevölkerung ausmachen, und der Bevölkerung von Föhr-Land mit den Inseldörfern zu verhalten. Wyk und der Rest der Insel, so habe ich von einer kundigen Föhrerin gelernt, kabbeln sich seit 400 Jahren. Und das kam so.
Feuer und Flamme
Kaum zu glauben, dass ich in 30 Jahren Föhr-Urlaub noch nicht einmal zum Biikebrennen auf der Insel war. Tatsächlich hatte ich nicht einmal das Datum auf dem Schirm, als ich die Resturlaubstage verplante. Zufall oder Schicksal: An dem Abend, als ich auf der Insel ankam, entfachten die Föhrer (und die Sylter und die Amrumer) an mehr als einem Dutzend Orten die Biike, um den Winter zu vertreiben. Weiterlesen →
Bornheim ist wieder Bornheim
Der Frankfurter Stadtteil Bornheim ist nun auch offiziell wieder dort Bornheim, wo ja eigentlich immer Bornheim war: Ab der Höhenstraße die Bergerstraße aufwärts. Ende letzten Jahres hat die Stadt die Stadtteilgrenze offiziell in Richtung Südwesten verschoben – dorthin, wo sie nach dem Gefühl der Bornheimer schon immer gehört, an die Höhenstraße. Zuvor gehörte auch der mittlere Teil der Bergerstraße, zwischen Höhenstraße und Bornheim-Mitte gelegen, offiziell zu Nordend-Ost. Wie es einst zu dieser irritierenden Grenzziehung gekommen war, erklärt Stadtkind Ffm hier. Nun also beginnt Bornheim an der Höhenstraße, und Arnsburger-, Petterweil- und mittlere Bergerstraße, der Germaniaplatz und die St.Josefskirche, sie alle sind endlich zu Hause. :)
Anlass für mich, die Geodaten der Frankfurter Stadtteilgrenzen zu aktualisieren. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch viele Ungenauigkeiten ausgebessert. Jetzt also ganz frisch und noch besser als vorher:
KML-Daten zum Download
Und es hat „Boooom“ gemacht
Das frühe Aufstehen am Sonntagmorgen hat sich gelohnt: Von meinem Standort aus, etwa 250 Meter südlich des Frankfurter AfE-Turms, konnte ich seine Sprengung gut mitverfolgen. Und auch, wenn man weiß, was passiert: Der Wumms, mit dem der Koloss in die Knie ging, war sehr sehr beeindruckend. Hier mein wackliges Video – mit dem Sturz des Turms in Zeitlupe und einer zwischenzeitlichen Wiederauferstehung. Man kann gut erkennen, wie unmittelbar nach dem ersten Knall vom Dach aus die Wasserbehälter in die Luft schießen, die mit gesprengt wurden. Und hören, wie ein Ex-Student neben mir den Fall des Uni-Turms, nunja, recht prosaisch bejubelt …
Am Tag danach pilgern die Frankfurter zu den Trümmern, gucken, staunen, reiben sich die Augen. 40 Jahre lang haben sich viele über dieses furchtbare Bauwerk geärgert – und nun ist es einfach weg, buchstäblich von einer Sekunde zur anderen. Was bleibt, ist ein gut zehn Meter hoher Schuttberg. Bagger graben sich durch das Gelände, tragen die Erdwälle ab, die die 55.000 Tonnen Beton aufgefangen und die Nachbarschaft geschützt haben. In ein paar Monate will die Abbruchfirma eine „geputzte Platte“ übergeben.
Dächer, Schilder, Ampeln, Bänke, Bäume, Rasen, Wege – die ganze Senckenberganlage ist von einer dünnen, hellen Staubschicht bedeckt.
Am Rande wühlen ein paar Leute in einem Schutthaufen herum, wohl auf der Suche nach Andenken. Auf der anderen Seite des Zauns stützt sich ein Bauarbeiter auf den Stiel seiner Schaufel und beobachtet die Szene. Er scheint so was zu denken wie: „Steine aus ’nem Kieswerk in Maintal für die Vitrine? Wer’s braucht.“
Hier ein paar Bilder von den Überresten des Turms und der Gegend ringsherum.
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