Wo die Reise des neuen Superstars enden wird, ist ja absehbar – aber weiß Deutschland auch, wo sie einst begann? Daily Mo klärt auf – hier! Exklusiv! Aus aktuellem Anlass aus dem Archiv gegraben: Die letzten Bilder der alten Heimat des Mark Medlock!
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Im Namen des Volkes
Auch, wenn ich ein gewisses Faible für die Monarchie hege: Das Begnadigungsrecht – dieses anachronistische Privileg aus einer Zeit, da Kaiser von Gottes Gnaden regierten, Könige gültige Richtersprüche mit einem Federstrich für nichtig erklären konnten, weil sie über dem Gesetze standen – gehört doch eigentlich abgeschafft. Eine so weitreichende Entscheidung über die Zukunft eines Menschen, darüber, ob er weiterhin gegen seinen Willen eingesperrt wird oder nicht – letztlich darüber, ob ein Urteil vollstreckt wird oder nicht, kann eine Demokratie doch nicht ernsthaft in den Hände eines einzigen Amtsträgers legen, der seine Entscheidung nicht einmal begründen muss, nicht den Regeln des Strafrechts, sondern allein seinem Gutdünken verpflichtet ist? Wenn nach einem Strafprozess ein Urteil im Namen des Volkes gesprochen wird, muss dann nicht auch eine Begnadigung von diesem Volk ausgehen? Im Fall Klar: Hätte eine Pflicht-Debatte im Bundestag die Schreihälse aus den Fraktionen nicht wenigstens zu einer argumentativen Auseinandersetzung gezwungen – öffentlich, für alle nachvollziehbar? So reichte es leider wieder einmal nur für das reflexhafte Hervorwürgen von unverdauten Feindbildern.
FR-Frittenbeilage
Mit dieser Geschichte beschäftigen sich auch die Journalisten-Gewerkschaften DJU und DJV (nicht online verfügbar). Wir erinnern uns: Im Rahmen des Projekts FRiSCH (FR in der Schule) waren Schülerreporter bei McDonald’s zu Besuch. Heraus kam eine (oben rechts klein als Anzeige gekennzeichnete) Beilage, in der das Unternehmen – Überraschung! – rundum positiv wegkam.
Aus dem DJV-Magazin „journalist“:
„Werbung sollte intelligent sein“, heißt es in der Beilage. Und besonders intelligent ist Werbung eben, wenn sie als kritischer Journalismus daherkommt. Wenn also unverdächtige Schülerreporter mit ihren Fragen und Recherchen dazu beitragen, dass sich ein Unternehmen wie McDonald’s gut darstellen kann.
Die Journalisten-Union (Verdi) schreibt:
Mc Donald’s greift zu einem perfiden Trick: Die um gutes Image bemühte Imbisskette lässt „Schülerreporter“ für sich Werbung produzieren. Als Laufbursche bietet sich die linksliberale „Frankfurter Rundschau“ (FR) an. Auf den ersten Blick wirkt die achtseitige Beilage wie ein journalistisches Produkt. Sieht aus wie eine Zeitung, liest sich wie eine, ist aber keine.
Kleine Korrektur aus der WG-Küche
Sie [die FR-Redaktion] ist oft verunsichert, was [Chefredakteur] Vorkötter eigentlich will. Fragt man ihn, beginnt er von der wohngemeinschaftlich organisierten „FR“; zu erzählen, die früher erst um 12.30 Uhr konferierte, und davon, um wie viel höher die Schlagzahl ist, mit der Berliner Redaktionen arbeiten. Auch deshalb wirbt er dort Mitarbeiter ab. Sie sollen eine neue Mentalität in die Ressorts bringen. Die Konferenz beginnt jetzt schon um 10.45 Uhr.
Schlecht recherchiert? Kann ich gar nicht glauben. Liebe Kollegen von der Welt, so wie vermutlich bei euch auch, ist die so genannte Mittagskonferenz (die so heißt, weil sie früher um 11.30 Uhr, ganz früher um 12 Uhr stattfand) nur eine von einer ganzen Reihe von Redaktionskonferenzen im Laufe eines stinknormalen Produktionstages bei der Frankfurter Rundschau. Und sie ist keineswegs die erste am Morgen. Aber das zu erwähnen hätte ja die spöttische Pointe versaut, gell. Übrigens, wann beginnt ihr denn zu konferieren?
Von Gras, Spreu und Weizen
Aufmerksame Leserinnen und Leser werden sich womöglich an den Tag erinnern, als ein Stück des WM-Rasens aus dem Berliner Olympiastadion eine neue Heimstatt auf unserer Terrasse fand. Nun, das prominente Gras hat den ersten Winter hinter sich gebracht. Im Pflanzkübel, den es mit einem Unterschichten-Rasen aus dem heimischen Gartencenter teilen muss, sind inzwischen deutliche Separationsbestrebungen im Gange.

Die Quizfrage des Tages lautet: Welches war noch gleich der teure Stadionrasen? Zeigen sich die Spätfolgen der Spuckattacken aus hochbezahlten Fußballermündern auf der linken Seite? Oder sprießen die WM-Halme rechts, so trotzig, als habe es das Halbfinale gegen Italien nie gegeben? Die Auflösung folgt nach dem Klick!
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Das Logo der aktuellen ARD-Themenwoche „Kinder sind Zukunft“ erinnerte mich derart penetrant an meinen jüngsten, wenig erquicklichen Besuch im T-Punkt, dass ich mich fragte: Sponsort die Telekom heimlich die Themenwoche? Schleicht sich der Magenta-Betrieb auf diese Weise eine Woche lang werbend in redaktionelle Beiträge der ARD? Tut er nicht, sagt die ARD.
„Unsere Designabteilung hat beim Erstellen des Logos sehr wohl darüber diskutiert, ob sie die Farbe Magenta verwenden kann. Die Kolleginnen und Kollegen kamen jedoch zum Ergebnis, dass dies trotz der Kampagnen der Telekom möglich ist“, antwortet Sabine Knott von der ARD-Zuschauerredaktion auf meine Nachfrage. „Wir bedauern, dass Sie gleich ein Sponsoring vermuten. Dies zeigt, wie gut es der Telekom anscheinend gelungen ist, die Farbe Magenta für ihre Zwecke zu besetzen.“ Tja nun. Der „Designabteilung“ war das ja offenkundig auch bewusst. Sie hat es in Kauf genommen. Die Telekom wird’s freuen.