Weckdienst

Die Vögel da draußen im feuchten Nebel suchen scheinbar einen Weg, sich gelegentlich bei uns für die ZEREALIEN im Futterhäuschen zu bedanken. Heute früh kamen sie auf eine ganz bezaubernde Idee.

„Es klopft“, echot es ein paar Mal in meinen Traum (diesmal kam wenigstens kein Kamel darin vor). „Es klopp – klopp – kloppft.“ Wie ein betrunkener Gummiball taumele ich aus dem Bett, öffne die Wohnungstür und starre in ein menschenleeres Treppenhaus – glücklicherweise, denn ich auf meinem Kopf herrscht das übliche morgendliche Durcheinander. Schulterzuckend mache ich mich auf den Rückweg ins Land der mollig-warmen Biberbettwäsche – da klopft es erneut. Ich folge dem Geräusch, ziehe die Jalousie im Schlafzimmer hoch – und da sitzt sie, Misses Meise, festgekrallt an der Hauswand, tackert ihren Schnabel in den Putz, sieht mich überrascht an, und ihre kleinen Vogelaugen zwinkern mir zu: „Na, auch schon wach?“
Und das an einem Sonntagmorgen.

Ich schwöre, wenn es so etwas wie Reinkarnation gibt, dann muss das meine Mutter gewesen sein.

S.O.S Israel – Palästina

„Jeder israelische Politiker hat mich auf die eine oder andere Weise beeindruckt,“ erzählt der Journalist Eric Rouleau. „Scharon beeindruckte mich nicht. Vielmehr verließ ich in den siebziger Jahren seine Farm starr vor Angst, in Gedanken bei dem was er Israel antun könnte.“
Paul Jenkins Scharon-Porträt eröffnet morgen um 20.45 Uhr den Arte-Themenabend zum Nahen Osten.
Weiterlesen →

Skandal: Tierversuche bei der FR!

Der Medienkrise zum Trotz – in Zeitungsredaktionen wird viel gelacht. Meist aus Verzweiflung, manchmal aber mit gutem Grund. So wie unlängst, als die Kollegen ein Bild veröffentlichten, ohne zu bemerken, dass damit irgendetwas nicht so recht stimmte…

Schuld war natürlich nicht die Redaktion. Und natürlich auch nicht der Fotograf. Sondern seine Tochter, die an Papis PC ein wenig mit dem Bildbearbeitungsprogramm gespielt hatte.

Endstation

Liebe Sylvia, soeben bekommen wir mitgeteilt, dass wir Samstagabend reisefertig sein müssen und Sonntag früh geht es fort. … Ich bin noch ganz schwindelig und durcheinander. Ein trauriges Schicksal und die Trennung von Euch und den Jungen fällt mir schlimmer wie alles. So wenig wie möglich mitnehmen, Rucksack, Koffer und Brotbeutel … So ein Lebensende ohne Verschulden. Ich habe meine Pflicht nur getan; ich wollte, der Schlag würde mich treffen. Euch wünsche ich Frieden und Glück und alles Gute. Ob ich Nachricht geben kann, weiß ich nicht. Habt Dank für alles Gute, was Ihr mir getan habt und behaltet mir gutes Andenken. Eure unglückliche Mutter und Oma.*
Für mehr als 11.000 Jüdinnen und Juden war sie die letzte Etappe auf dem Weg in den Tod: die Großmarkthalle im Frankfurter Ostend, dem jüdischen Viertel der Stadt. Von 1941 bis 1943 diente sie als Sammellager für jene, die deportiert werden sollten. Dort, wo sich sonst Obst und Gemüse aus aller Welt stapelte, trieben Heinrich Baab und andere Frankfurter Nazis ihre Opfer wie Vieh durch die verschiedenen Stationen bis zur Verladung in die Waggons – und das mit deutscher Gründlichkeit.
In der Frankfurter Großmarkthalle gehen demnächst die Lichter aus. Die Händler ziehen um in ein „Frischezentrum“ im Norden der Stadt. Die Halle, ein 75 Jahre alter, langgestreckter Bau, bleibt: Sie steht unter Denkmalschutz. Heute wurde Abschied gefeiert.

Fehlbelegung

Sie harre es birret nörig, meine Rasrarur: die Teinigung von Ktümeln allet Atr. Ich härre mit nut vothet die Rasrenbelegung metken sollen…

Die Einladung

Es ist für mich nicht wichtig, womit Du Deinen Lebensunterhalt verdienst. Ich möchte wissen, wonach Du innerlich schreist und ob Du zu träumen wagst, der Sehnsucht Deines Herzens zu begegnen.

Es ist für mich nicht wichtig, wie alt Du bist. Ich will wissen, ob Du es riskierst, wie ein Narr auszusehen, um Deiner Liebe willen, um Deiner Träume willen und für das Abenteuer des Lebendigseins.

Es ist für mich nicht wichtig, welche Planeten im Quadrat zu Deinem Mond stehen. Ich will wissen, ob Du den tiefsten Punkt Deines eigenen Leides berührt hast, ob Du geöffnet worden bist von all dem Verrat, oder ob Du zusammengezogen und verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual.

Ich will wissen, ob Du mit dem Schmerz – meinem und Deinem – dasitzen kannst, ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen.

Ich will wissen ob Du mit Freude – meiner und Deiner – dasitzen kannst, ob Du mit Wildheit tanzen und Dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst, von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen, ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.

Es ist für mich nicht wichtig, ob die Geschichte, die Du erzählst, wahr ist. Ich will wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um Dir selber treu zu sein. Ob Du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht Deine eigene Seele verrätst.

Ich will wissen, ob Du vertrauensvoll sein kannst und von daher vertrauenswürdig. Ich will wissen, ob Du die Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist, und ob Du Dein Leben aus Gottes Gegenwart speisen kannst.

Ich will wissen, ob Du mit dem Scheitern – meinem und Deinem – leben kannst und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmonds rufst: „Ja!“

Es ist für mich nicht wichtig zu erfahren, wo Du lebst und wie viel Geld Du hast. Ich will wissen, ob Du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und Verzweiflung, erschöpft und bis auf die Knochen zerschlagen, und tust, was für die Kinder getan werden muss.

Es ist für mich nicht wichtig, wer Du bist und wie Du hergekommen bist. Ich will wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst und nicht zurückschreckst.

Es ist für mich nicht wichtig, wo oder was oder mit wem Du gelernt hast. Ich will wissen, was Dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.

Ich will wissen, ob Du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gern mit Dir zusammen bist.

Der Text von Oriah Mountain Dreamer, über den ich letzte Nacht im Web gestolpert bin, scheint nicht nur mich zu berühren. Jemand meinte sogar, ich solle ihn mir übers Bett hängen. :) Über die Autorin kursiert im Netz das Gerücht, sie sei eine indianische Stammesälteste, auf nicht wenigen Seiten wurde daraus prompt indianischer Stammesältester. Oriah Mountain Dreamer ist eine (weiße) kanadische Schriftstellerin, die als Sozialarbeiterin gearbeitet und Philosophie und Schamanen-Medizin studiert hat. Eines Tages verschickte sie ihren Text „The Invitation“ in einem Newsletter, und seitdem geht er um die Welt, wird bei Hochzeiten und Beerdigungen gelesen und hängt als Ausdruck an schwarzen Brettern und Kühlschranktüren. (Warum also nicht auch über meinem Bett?) Gefunden habe ich ihn übrigens hier.