Schluss jetzt mit Internet

Ab sofort heißt das Web nicht mehr Web, sondern Weltnetz. Und ihr habt jetzt auch lange genug cool am PC gesessen und auf Surfer gemacht – ihr seid Weltnetzreisende! Klingt auch irgendwie viel besser, mehr so nach Studiosus als nach Neckermann… Die Zeitschrift Deutsche Sprachwelt will endlich weg von der Verhunzung unserer Muttersprache – und stellt einen sprachpolitischen Forderungskatalog auf. So soll u.a. die Familie gefördert und die Geburtenrate erhöht werden, um die Strahlkraft der deutschen Sprache und die Integrationsfähigkeit zu stärken.
Neu ist das alles nicht. Aber lustig anzusehen, wie die eifrigen Sprachbewahrer auf ihrer WEBSITE (*schnelldreiKreuzemach*) jeden Anglizismus mühsam zu vermeiden versuchen. Die Armen müssen beim Quelltext-Schreiben wahre Höllenqualen gelitten haben.

Isabel Allende zum 11. September

Dann sah ich, wie die Flugzeuge in die Türme flogen, wie die Häuser kurz darauf in sich zusammenfielen. Ich konnte die Koinzidenz kaum begreifen. Die Bilder ähnelten denen aus Chile so sehr, der Schock, die Überraschung waren ähnlich. Die amerikanische Arroganz hatte einen Schlag abbekommen. Sie fühlten sich auf einmal verletzlich. Als Einwanderin konnte ich zum ersten Mal mit ihnen trauern.

Und die Folgen des 11. September, der überbordende Patriotismus, der Krieg gegen Irak und die Art und Weise, wie er gerechtfertigt wurde, hat nichts an Ihrem neuen Zugehörigkeitsgefühl geändert?

Wissen Sie, die Menschen außerhalb der USA nehmen die große Bewegung gegen den Krieg in diesem Land nicht wahr. Millionen Amerikaner waren und sind gegen die Politik der Regierung Bush. … Natürlich haben wir im Moment diese Regierung und die Fundamentalisten in diesem Land, die Bush unterstützen. Aber zeitgleich gibt es eine große Zahl von Amerikanern, zu denen ich mich zähle, die dagegen sind. Die USA sind die einzig verbliebene Großmacht, deren fatale Politik man nur von innen heraus stoppen kann.

Das ist aber schwierig, wenn der Patriotismus selbst die Opposition erfasst und sich Leute wie Hillary Clinton hinter Bush stellen.

Hillary Clinton ist wie Condoleeza Rice, da gibt es gar keinen Unterschied. Etwas Ähnliches ist damals auch in Chile passiert. Nach dem Putsch hatten sich die Christdemokraten, die Kirche, alle auf die Seite Pinochets gestellt. Das war eine Frage der patriotischen Grundhaltung – schließlich empfanden sie es als Triumph, das Land vom bösen Marxismus befreit zu haben. Heute werden Sie in Chile nur noch wenige finden, die offen zugeben, dass sie Pinochet unterstützt haben. Die gegenwärtigen Umfragen in den USA zeigen ebenfalls, dass die Unterstützung für Bush abnimmt. Ich bin jetzt 61 und habe lange genug gelebt, um zu lernen, dass man Geduld haben muss. Die Rechten werden nirgends ewig an der Macht bleiben.

Das ganze Interview: „Ich stand auf der schwarzen Liste“
Erinnerungen: Ein Überlebender des Estadio Nacional
Chronologie: Der Militärputsch
Das Chile-Dossier bei Arte

Verantwortungsgefühl

Das Chrismon-Magazin fragt diesen Monat, wer oder was wohl den größten Einfluss auf das Schicksal der Welt hat. Bereits an zweiter Stelle wurden in der Emnid-Umfrage eine Handvoll Banken und Konzerne (22%) genannt. Gleich danach und noch vor Gott (11 %) rangieren die Medien (13 %). Weit abgeschlagen, aber immerhin vertreten ist der Teufel (1 %).
Vor allem anderen aber wird die Verantwortung jedes einzelnen Menschen für das Schicksal der Welt betont. 42 Prozent der befragten Frauen taten das – von den Männern konnten sich nur 22 Prozent zu dieser Position durchringen.

Непоступившие платежи

Der Auftrag ist längst erledigt, aber die Kundschaft zahlt einfach nicht? Alle deine Versuche, die Außenstände einzutreiben, perlen an deinen Schuldnern einfach ab? Machs auf Russisch!
Bei www.russisch-inkasso.de verläuft die Dramaturgie des Schuldeneintreibens in mehreren Stufen.
Erste Stufe: Der falsche russische Hase – eine letzte Mahnung.
Zweite Stufe: Liebesgrüße aus Moskau.
Dritte Stufe: Der echte russische Bär – netter Besuch aus dem Osten.
Vierte Stufe: Die Spezialisten kommen…
via Janko (beim Mittagessen)

Du merkst, dass du älter geworden bist, wenn

– du an einem Freitagabend von einem pickeligen Jüngling nach dem Weg zu einer Discothek gefragt wirst – und bedauernd mit den Schultern zucken musst
– und dir anschließend bewusst wird, dass du das Haus um diese Zeit nur verlassen hast, um mit dem Hund Gassi zu gehen.
Und du bist heilfroh, dass du älter geworden bist, wenn
– an einem Freitagabend zuhause etwas viel Besseres auf dich wartet als ein Abend in Gesellschaft pickeliger Jünglinge, die in grellen Lichtblitzen zu ohrenbetäubendem Lärm herumhopsen.