Schließmuskel-Training

Auf Flügen in die USA dürfen Passagiere künftig keine Klümpchen mehr bilden – zum Beispiel vor der Klotür. Stelle mir gerade vor, wie man seinen Platz in der Reihe der gefüllten Blasenträger verteidigt, wenn man sich nicht vor der Toilette anstellen darf. Vermutlich starren ständig etliche Augenpaare auf das rotleuchtende „occupied“-Schild – und ihre Besitzer rennen alle gleichzeitig los, sobald es grün wird.
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Welcome to Homophobia

Jaja, ich sollte mich langsam dran gewöhnt haben.
Frankfurt, Mainufer, 1. Januar, kurz nach Mitternacht. Zwei volltrunkene Männer aus dem ersten Stock sehen uns auf der Straße küssen. Sie quittieren das, indem sie ein paar Chinakracher der Größe XXXL anzünden und uns von oben aufs Haupt werfen.
BUUUUUUM. KRACH. *seng*.
Thank you, Miss Sophie, thank you.
Jaja, ich sollte mich daran gewöhnt haben. Und doch ist es diesmal eskaliert, leider. Irgendwann sind die Typen auf der Straße, bauen sich vor uns auf, ein Sektglas zerspringt, und ich hänge am Handy und lasse die Polizei die Morddrohungen live mithören.
Das Schlimmste an all dem: Dass jemand nur Stroh im Kopf und trotzdem die besseren Karten hat – bloß, weil er dir körperlich überlegen ist. Ich meine: Die konnten zwar nicht mehr geradeaus gucken, aber uns mit einer einzigen Armbewegung ungespitzt in den Boden hauen, das hätten sie allemal geschafft. Schielend!
Noch schlimmer aber ist, dass ich es immer noch nicht fertig bringe, diesen homophoben Scheißdreck einfach an mir abperlen zu lassen.
Später in der Nacht ein Anruf einer Freundin: „Morgen erstatten wir Anzeige.“ Ja, das werden wir tun. Auch wenn es nichts bringt.

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