Terror im Kopf

Wer weiß, irgendwann stolpern wir über die Trümmer unserer Welt und erinnern uns wehmütig daran, dass wir mal glaubten, die Praxisgebühr wäre etwas Schlimmes, sag ich heute früh zu Siebenstein. Der (Nachrichten-)Tag gestern hat mir doch mehr zugesetzt als ich dachte. Vielleicht sollte ich mir abgewöhnen, meine Nase in Drohbriefe zu stecken.
Es gelingt mir immer schlechter, solche Elaborate als Geschwätz von Verrückten abzutun, und zugleich glaube ich immer weniger daran, dass Globalisierung nur sozial gerecht organisiert werden müsste, um dem Terror in der Welt den Boden abzugraben. Die Bombenleger sind keine armen, benachteiligten Schweine. Es sind privilegierte, zum Teil wohlhabende junge Männer, die sich mittlerweile nicht mal mehr den Anschein von Rebellentum geben.
Sie töten. Einfach so.
Dass sich hier zu Lande viele ernsthaft einbilden, man würde dem islamischen Fundamentalismus entgegen treten, indem man harmlosen Lehrerinnen das Kopftuch verbietet, ist in Villen und Zelten von Algier bis Rabat vermutlich bereits zum Running Gag mutiert.

Nachtrag:
normale ordentliche Polizeiarbeit hat zur Aufklärung der Attentate vom 11. März geführt, keine Militäraktion oder eine Besetzung des Inlands durch die Armee, schreibt Ralf zu Recht. Es gibt sie durchaus, die richtige Antwort auf den Terror. Im Weißen Haus kennt man sie nur nicht.
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Aus dem Maileingang

PS: wenn jemand diese Mail als SPAM definiert, dann möge sie oder er sie einfach löschen, das ist jedenfalls einfacher, als mir eine Mail zu senden, und sich zu beschweren. Sie alle haben einmal Ihre Mail Adresse öffentlich ins Netz gestellt. Es ist eine Serienmail mit etwa 500 Adressaten, die diese Mail als Blindkopie bekommen haben.
beendet Susanne A. ihre Werbemail. Man sollte sie ihr 500fach um die Ohren hauen.
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Zweiter Frühling

Ich bin neu hier. Naja, nicht mehr ganz, aber im Vergleich zu manchen Netz-Pionieren bin ich doch noch grasgrün hinter den Ohren. Meinen ersten Kontakt mit der Onlinerei – nicht mit dem Internet! – hatte ich im September 2001, und in den frühen Nachmittagsstunden des 11. jenes Monats wurde ich durch gewisse Ereignisse sehr unsanft ins stürmische Wasser des Nachrichtenmachens im und fürs Web geschubst. Meine erste eigene Website ging kurz danach online, und die Bloggerei begleitet mich auch erst im zweiten Frühling (wenn auch in den dritten Sommer).

Und heute? In meinen Träumen kommen immer mal wieder auch die „nur“ virtuellen Bekanntschaften vor. Ein paar (der Bekannten, nicht der Träume!) haben sich in höchst angenehmer Weise materialisiert – teilweise mit einem Affenzahn und weitreichenden Folgen, teilweise in aller Gelassenheit und mit der Geduld, die es bei einem schüchternen Menschen wie mir (sic!) eben braucht. Ich freu mich über beides und genieße intelligente Plaudereien auf den vielen Raststätten der Datenautobahn ebenso wie durchgelachte Nachmittage in der Meatworld mit einem PS, das ein paar Tage später per Post nachgereicht kommt.

Leb ich online? Auch. Aber Gott sei Dank nicht nur.

Weckdienst

Schönen guten Morgen. Dies ist ein Tag Ihres Lebens, vielleicht der letzte. Sie können ihn damit verbringen, sich aufzuregen. Gründe fänden sich sicher genug. Die wieder mal verspätete Bahn. Das teure, aber dafür schlechte Kantinenessen. Der uneinsichtige Chef. Die nicht bezahlten Überstunden. Kunden, die nicht zahlen. Lieferungen, die sich verzögern.

Geschlossene Schalter. Autofahrer, die auf Radwegen parken. Leere Akkus. Unliebsame Besucher. Oberflächliche Gesprächspartner. Menschen, die sind, wie sie sind, und sich partout nicht ändern lassen.

Sie können mit dem Schicksal hadern und den Tag wegwerfen. Sie können sich auf Ihre Stärken besinnen und Pläne für die Zukunft schmieden.

Wie hätten Sies denn gern?

Außer Kontrolle

Es hätte so schön sein können: Daheim am Rechner eigene Slogans für die Wiederwahl George W. Bushs kreieren und als Plakat für die nächste Wahlveranstaltung ausdrucken – der Sloganator auf der offiziellen Wiederwahl-Website des Präsidenten machte es möglich. Mittlerweile läuft das schöne kleine Programm allerdings nur noch eingeschränkt. Bush-Kritiker hatten den Sloganator mit Sprüchen gefüttert, die dem Weißen Haus irgendwie missfallen haben müssen. Da stand dann über dem Bush/Cheney 04-Logo schon mal „Wir verstecken Osama bis Oktober“. Oder: „Mehr Wohlstand für wenige auf dem Rücken vieler“. Oder auch: „500 tote Soldaten für …“
Dem kurzen, aber glücklichen Leben des Sloganators hat Ana Marie Cox ein (Flash-)Memorial geschaffen.
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