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Vermutlich schwärme ich nicht das erste Mal von dem kleinen Paradies, das sich hinter unserem Haus ausbreitet. In den Wäldern und an den Seen lässt sich mehr Stress abbauen, als ich jemals haben werde – mehrmals die Woche treibe ich mich dort herum. Gestern hatte ich mal wieder die Kamera dabei.
Hier also für alle, die dringend eine Ablenkung brauchen, eine Auszeit von schweren Gedanken oder von anstrengender Schreibarbeit, von den Sorgen um Freunde oder von erschöpfenden Wortgefechten und von all den kleinen und großen Hiobsbotschaften des Lebens – und für alle, die uns längst mal wieder besuchen wollten:
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Deutschland, ein Wintermärchen

Haare suchen, Korinthen kacken, die eigene Armut beklagen und selbstgefällige Nabelschau betreiben, während anderswo Menschen verrecken.

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(Schlussstrich)

Gut gemeint

Die Mails mit Suchmeldungen nach Angehörigen von Kindern, die bei der Flutkatastrophe verletzt wurden, häufen sich.
Der spontane Reflex, solche Aufrufe an den kompletten Adressbestand weiterzuleiten, ist verständlich, aber auch hier gilt wie grundsätzlich bei Kettenbriefen jedweder Art: Schlag nach beim Hoax-Info-Service der TU Berlin.
Derzeit zirkulieren wohl hauptsächlich Mails, in denen es um den zweijährigen Hannes aus Schweden – der Junge mit den vielen Pusteln im Gesicht, der in zig Fernsehbeiträgen zu sehen war – und die zehnjährige Sophia aus Deutschland geht. Beide Aufrufe, so die TU Berlin, sind nicht mehr aktuell – um die Kinder kümmerten sich bereits Angehörige. Im Fall Hannes war das Wiedersehen mit dem Vater vielfach im TV zu sehen.
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Leichenfleddern

Arrogante Pauschaltouristen! Buchen zwei Wochen all inclusive, begegnen Einheimischen nur, wenn diese ihnen im Resort das Essen servieren, und schwärmen hinterher daheim beim Dia-Abend in Iserlohn über die „herzensgute Gastfreundschaft“!
Ungebildete Urlauber aus Pisa-Land! Wissen nicht, dass auf eine plötzliche Ebbe ein Tsunami folgt! Selber schuld!
Fettleibige Couchpotatoes! Wären sie nur ein wenig trainierter gewesen, dann hätten sie den Wettlauf gegen die Welle locker gewonnen!
Hysterische Radioprogrammgestalter! Setzen Songs ab, bloß weil sie Gefühle verletzen könnten!
Verlogene Betroffenheitsrhetoriker! Klagen doch nur so laut, weil Landsleute unter den Opfern sind!

Haben wir auch niemanden vergessen?

Am Tage 8 nach der Katastrophe haben die im Trockenen sitzenden Zeigefingerheber ihr Soll wohl erfüllt: Die to-criticise-Liste scheint endlich abgehakt.

Ich variiere mal Herrn Nuhr: Wenn man das große Glück hat, nicht in ein solches Inferno geraten zu sein – einfach mal Fresse halten. Oder so.

Hoffnungsträgerin

Der Tod ist nur die eine Hälfte. Die andere ist das Leben.

Am 1. Januar 2005, früh um 7 Uhr, hast du Licht gemacht in unseren Herzen. Herzlich willkommen auf Planet Erde, kleine Isabel. Das Leben sei gut zu dir.