Monat / Juli 2006
Dokumentation einer Wahnsinnstat
…aber ich steh dazu.
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Eine geht noch
Tschuldigung, liebe Kolleginnen und Kollegen von der Berliner Zeitung: Nach Uwe Vorkötter haben wir euch nun auch Brigitte Fehrle abspenstig gemacht. Eure stellvertretende Chefredakteurin und ehemalige taz-Redakteurin wird nächste Woche Vize (Vizin?) in der Chefredaktion der Frankfurter Rundschau. Wird auch Zeit – das konnte so nicht weitergehen, dass die einzige Dame in exponierter Position bei der FR die alte Tante war.
Wenn ich jetzt noch bitte in meiner von asketischen Männern dominierten Redaktion eine runde, weibliche Verstärkung bekommen könnte… ? Berlin? Geht da noch was?
Eskalation der Superlative
Der letzte Jahrhundertsommer ist schon wieder drei Jahre her. (dpa)
Einblicke
Die Situation im Nahen Osten eskaliert mal wieder. Das tut sie ja gerne. Seit Jahrzehnten ist Gewalt im Nahen Osten eskaliert eine der am häufigsten verwendeten Floskel von Journalisten. Das Praktische an dieser Formulierung: Sie passt immer und ist neutral, denn es gibt kein handelndes Subjekt.
Heutzutage kann man auf vielen Wegen erfahren, was diese Eskalation im Alltag bedeutet. Blogger im Libanon und in Israel beschreiben ihre Lage:
Die Sirenen heulten wieder und wir rannten in den Flur. Es ist der einzige Ort in unserer Wohnung, der keine Wände, Fenster oder Türen nach außen hat. Wir hörten vier Raketenangriffe, zwei davon sehr nahe. Ich konnte nicht anders, ich brach in Tränen aus. Wenigstens waren die Sirenen diesmal vor den Bomben zu hören, so dass wir Zeit hatten, uns an einen sichereren Platz im Haus zurückzuziehen. Das einzige Geräusch, das ich jetzt höre, ist das der Krankenwagen. Carmia, Haifa
Keine Antibiotika, kein Strom, immer weniger Benzin. Kein Ausweg. Meine Neffen und Nichten schreien jedes Mal, wenn sie eine Bombe hören. Sie haben Angst zu sterben. Flüchtlinge aus dem Süden Beiruts und Libanons suchen überall Schutz, in öffentlichen Gärten, Schulen und leeren Gebäuden. Zadigvoltaire, Beirut
Lila zeigt, wie die Metallkugeln, von denen so viel die Rede ist, aussehen.
Darauf ein Kölsch
Upps – schon wieder neue Chefs. Soeben ist es offiziell: Die Kölner Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg hat die Mehrheitsanteile an der Frankfurter Rundschau gekauft – 50 Prozent plus eine Stimme. Was heißt das für uns? Fastnachtsdienstag künftig arbeitsfrei? Neuzugänge im Getränkeautomaten? Sicher ist: Alt- und Neu-Eigentümer sind sich einig, dass weitere Maßnahmen zur Kostensenkung in Frankfurt ergriffen werden müssten, um die Grundlage für den weiteren Bestand und künftigen publizistischen Erfolg des angesehenen Blattes zu sichern.
Na dann Prost.