Demokratie? Frauen bitte hinten anstellen!

Der irakische Regierungsrat führt für Zivilangelegenheiten das islamische Recht ein. Irakische Männer können dann mehrere Ehefrauen gleichzeitig haben und sich schnell und bequem durch „Verstoßen“ scheiden lassen. Geschiedene Frauen haben keinen Anspruch mehr auf Unterhalt, sondern bekommen lediglich eine auf drei Monate befristete „Trennungsentschädigung“. Unter dem früheren säkularen Familienrecht hatten die Frauen unveräußerliche Rechte. Das soll sich nun alles ändern, schreibt die irakische Bloggerin Riverbend.
Na super. Der Diktator geht, die Scharia kommt. Spätestens jetzt wird sich zeigen, wie sehr es der Kriegskoalition wirklich um die Schaffung demokratischer Strukturen ging.
Weiterlesen →

Kurzzeitgedächtnis

Das Gute an der Natur ist, man kann sich auf sie verlassen. Sie rächt sich spät, aber sie rächt sich. Für all das Grausame, dass Menschen ihr antun, schreibt Oliver und wählt eine drastische Illustration. Es wäre leicht, in Sachen Sars mit dem Zeigefinger auf die Südchinesen zu deuten, die, wie unlängst jemand meinte, alles essen, was vier Beine hat und kein Stuhl ist (was nicht stimmt: Die Zahl der Beine variiert durchaus). Wir selbst haben die Bilder der Bulldozer, die tote Rinder- und Schafleiber auftürmen, doch längst vergessen, wenn wir einkaufen gehen.

Bush sucht Halt auf dem Mond

„Hoffentlich“, kommentierte ein Kollege heute in der Redaktionskonferenz die Pläne des amtierenden US-Präsidenten, eine Kolonie auf dem Mond zu errichten, „siedelt Bush als erster um.“ Tz tz. Wie auch immer, eine nestbeschmutzende Denkfabrik wie CEIP bekäme dann dort oben sicher keine Baugenehmigung.
Weiterlesen →

Schließmuskel-Training

Auf Flügen in die USA dürfen Passagiere künftig keine Klümpchen mehr bilden – zum Beispiel vor der Klotür. Stelle mir gerade vor, wie man seinen Platz in der Reihe der gefüllten Blasenträger verteidigt, wenn man sich nicht vor der Toilette anstellen darf. Vermutlich starren ständig etliche Augenpaare auf das rotleuchtende „occupied“-Schild – und ihre Besitzer rennen alle gleichzeitig los, sobald es grün wird.
Weiterlesen →

Vorher-Nachher

Wenn es noch eines Beleges bedurft hätte, dass Geld allein nicht glücklich macht: Spätestens das Bild von einem dreckigen Ex-Diktator, der alleine mit einem Metallkoffer voller Dollarscheine in einem dunklen Erdloch hockt, liefert ihn. Ohne Dollars (die nämlich, die auf seinen Kopf ausgesetzt waren), säße er da immer noch!
Neben den gezeigten Vorher-Nachher-Bildern, die der Bild-Schlagzeile von heute (Sie haben ihn rasiert!) so ein ganz klein wenig die Exklusivität nahmen, wäre ja auch eine andere Bildkombination denkbar gewesen. Rechts: Saddam Hussein im Dezember 2003, dem ein amerikanischer GI mit Gummihandschuhen die zerzausten Haare nach Läusen absucht. Und links: Saddam Hussein in den frühen 80er Jahren, dem ein amerikanischer Diplomat namens Donald Rumsfeld zwecks lukrativer Waffengeschäfte in den Arsch kriecht.
Weiterlesen →