Im tiefsten Grunde meines Herzens bin ich ja Monarchistin. An Tagen wie diesen ganz besonders. Glanz, Gloria, ein Land im kollektiven Taumel und eine Parade ausladender Hüte – ich will das auch!
Was spricht eigentlich dagegen, das Amt des Bundespräsidenten abzuschaffen und stattdessen eine parlamentarische Monarchie einzuführen? Wir würden uns viel ersparen. Die immer gleichen unwürdigen Machtspielchen der Parteien im Vorfeld der Wahl zum Beispiel. Oder schuldgefühls- resistente Nazi-Richter, die sich auch mit 90 noch in die Bundesversammlung drängen. Wie viel angenehmer wäre dagegen doch die Anwesenheit einer repräsentativen Monarchenfamilie im Schloss Bellevue, die dem gebeutelten Volke ab und an die Seele wärmt – mit Glanz, Gloria und ausladenden Hüten. Hachja…
Blauäugig
In Deutschland herrschen wieder einmal die Tabuzüchter im vermeintlichen Dienst der Aufklärung. Wäre es nicht vergeblich, müsste man ihnen raten, noch einmal John Stuart Mill zu lesen: „Wenn alle Menschen außer einem derselben Meinung wären und nur dieser einzige eine entgegengesetzte hätte, dann wäre die ganze Menschheit nicht mehr berechtigt, diesen einen mundtot zu machen“, schreibt Jacques Schuster in der Welt und geißelt die vermeintliche Sorglosigkeit gegenüber einem – ebenso vermeintlichen – Vernichtungsfeldzug, den radikale Islamisten gegen Deutschland zu führen trachten.
Diejenigen aber, die Schuster hierzulande als unterdrückte Minderheit ausmacht – Mahner, die als einzige das Ausmaß der Bedrohung zu erkennen vermögen, während sich die blauäugige Mehrheit an so unwesentliche Grundsätze wie ein Folterverbot klammert – haben im Weltgeschehen die Fäden in der Hand. Mit bloßem mundtot machen geben sie sich gar nicht erst ab. Das Ergebnis ist verheerend. Ein Erfolg, der ihnen recht gäbe, steht bislang aus.
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Unter dem Pflaster…
Beim Sichten der Redaktions-Mails nehmen die Würgereize mal wieder überhand.
Zitat: Es steht noch gar nicht fest, ob es sich um Gefangene gehandelt hat, die da nackt zu sehen sind. Und wenn, vielleicht hat es denen sogar gefallen. Zitat Ende.
Fenster aufreißen hilft da nicht mehr. Ich will hier raus. Ans Meer. Feinen Sand unter den Fußsohlen spüren, vor dem Saum der Wellen tanzen, dem Gezeter der Möwen lauschen, Salz schmecken, Apfelstrudel essen und Nachrichten nicht zur Kenntnis nehmen.
Vorläufig muss es reichen, Tag am Meer zu gucken. Vielleicht bestell ich mir noch ne Prise Strand dazu.
Ankes erstes Mal
Ehrlich gesagt: Ich bin dabei eingeschlafen. Wie praktisch, dass die Süddeutsche mitgeschrieben hat.
Reflexe
Laute Stimmen, rennende Uniformierte, ein merkwürdiger Geruch in der Luft – geradezu erschreckend wenig braucht es heutzutage, um in den meisten Köpfen unmittelbar den Gedanken an einen Terroranschlag zu wecken. An Bahnhöfen, Flughäfen, in Fußgängerzonen und Stadien – überall dort, wo die Menschenmenge zwangsläufig dichter wird, ist Angst zur ständigen Begleiterin geworden. Was wäre, wenn? Was wäre, wenn hier?
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Ost-Erheiterung
Sieger wird eine Combo um die ukrainische Sängerin Ruslana, die in einem musikalischen Sketch eindrucksvoll demonstriert, wie es aussehen würde, wenn Iron Maiden und Dschingis Khan gemeinsam gegen einen Schwarm Hornissen kämpften, schreibt Stefan Behr. Und die Süddeutsche äußert den schrecklichen Verdacht, dass halb Europa mittlerweile von Dieter Bohlen produziert wird.